Es ist Nachmittag und heiss. Heute am 17. Juni 2000 wäre nach den Berechnungen der Ärzte der Geburtstermin unseres zweiten Kindes. Doch nichts tut sich. Nicht die kleinsten Anzeichen dafür, was wir später noch erleben sollten.

Seit Tagen warten wir gespannt darauf, wann es wohl losgehen wird. Kommt es am Tag oder aber mitten in der Nacht zur Welt? Wird es ein Mädchen oder wieder ein Junge? Um diese Anspannung zu lösen spaziere ich mit meiner Frau an eben diesem heissen Frühsommertag auf die Lägern. Etwas über einhundert Treppenstufen hinauf und wieder zurück.

Dann gehen wir einkaufen. Plötzlich, noch im Migros kommt die erste Wehe. Nur schwach und dann tut sich wieder nichts mehr.

Am Abend wollen wir noch zum Grümpelturnier, gleich hinter unserem Quartier. Zur Sicherheit rufen wir zuerst im Spital an und erkundigen uns, ob wir schon kommen sollten. Doch man beruhigt uns: „ Warten Sie ab, bis die Wehen stärker werden und auch in kurzen Abständen auftreten.“ Also gehen wir zum Grümpi.

Im Verlaufe des Abends werden die Wehen nicht stärker, aber die Abstände langsam kürzer. Zuerst fünfzehn, dann zehn, bis acht Minuten. Bei fünf Minuten sollten wir wieder die Hebamme anrufen, sagte man uns. Wir denken, dass es wohl noch in der Nacht losgehen könnte und telefonieren meinen Schwiegereltern, ob nicht unser Sohn bei Ihnen übernachten könnte. Dann gehen wir nach Hause.

Kaum sind die Schwiegerelter da kommt die erste starke Wehe. Jetzt aber los. Dann schon wieder eine Wehe. Ich bitte meinen Schwiegervater bis zum Spital hinter uns herzufahren. Nur so zur Sicherheit. Ich steige mit meiner Frau ins ABB Geschäftsauto und fahre los. In der ersten Kurve, immer noch im Quartier, frage ich meine Frau ob es Ihr gut geht.

„Halt an. Halt an. Ich glaube es geht los! Ruf den Krankenwagen!“ bekomme ich zur Antwort. Ich renne die fünfzig Meter zurück in’s Haus um zu telefonieren. Mein Schwiegervater bleibt bei meiner Frau. Zwei, vielleicht drei Minuten später bin ich wieder zurück. Da ist der Kopf des Kindes schon da. Ich kann noch nicht sehen ob es atmet. Doch dann sehe ich eine Hand und die Finger bewegen sich. Ein erstes Aufatmen. „Press, press!“ rufe ich und halte den Kopf. Bei der nächsten Presswehe kommt der Rest des Babys. „Wir haben einen Jungen!“ ruf ich erleichtert und gib es meiner Frau.

Der Krankenwagen mit der Hebamme ist noch nicht da. Wir wickeln das Kind in Tücher damit es nicht friert. Dann warten wir.

Endlich kommt die Ambulanz. Voraus die Polizei mit Blaulicht. Dann, aus einer anderen Richtung noch ein Krankenwagen. Jetzt geht alles sehr schnell. Das Kind wird abgenabelt. Ein erster Check und schon steige ich mit Frau und Kind in eines der Fahrzeuge welches uns in’s nahe Kantonsspital bringt.

Zur Freude aller geht es meinem Sohn aber auch meiner Frau sehr gut.

Ein ABB Babys gibt es schon viele. Aber dies ist wohl das erste, welches in einem ABB Auto zur Welt gekommen ist.



P.F.